Kabusecha und Gyokuro gelten als die beiden hochwertigsten Blatttees Japans, aber worin besteht der Unterschied zwischen ihnen?
In diesem Artikel vergleichen wir Kabusecha und Gyokuro hinsichtlich Geschmack , gesundheitlicher Vorteile , Koffeingehalt und mehr .
Ohne Umschweife, lasst uns brauen!
Kabusecha gegen Gyokuro auf einen Blick
Beim Vergleich von Kabusecha und Gyokuro ist es wichtig, zunächst die Definitionen beider Teesorten zu klären. Beide werden beschattet, gedämpft und fest gerollt. Das Verständnis von Grüntee hilft zu verstehen, warum das Endergebnis so unterschiedlich sein kann. Beginnen wir mit dem Beschattungsprozess.
Schattierung
Der größte Unterschied zwischen Kabusecha und Gyokuro liegt im Beschattungsprozess. Während Kabusecha 10 bis 14 Tage lang beschattet wird, durchläuft Gyokuro mit 20 Tagen oder mehr den längsten Beschattungsprozess aller Blatttees. Diese lange Beschattung ist ein charakteristisches Merkmal von Gyokuro-Tee .
Erst in diesen zusätzlichen Wochen entwickelt der Tee seine kräftigen, herzhaften Aromen. Kabusecha ist zwar reichhaltig und süß, besitzt aber nicht denselben Umami-Gehalt wie Gyokuro.
Rollen der grünen Teeblätter
Ein weiterer Unterschied zwischen Kabusecha und Gyokuro liegt in der Verarbeitung der beiden Teesorten. Während beide gedämpft und sorgfältig getrocknet werden, um ihr Aroma zu bewahren, durchläuft Gyokuro einen zusätzlichen Trocknungsprozess.
Dies führt zu einem Unterschied im Aussehen von Gyokuro und Kabusecha. Gyokuro-Blätter sind eng zu dünnen Nadeln eingerollt, während Kabusecha-Blätter etwas flacher sind. Sie sind zwar auch sorgfältig eingerollt, aber nicht ganz so sorgfältig wie Gyokuro-Blätter.
Geschmacksprofil

Kabusecha
Kabusecha liegt geschmacklich irgendwo zwischen Gyokuro und Sencha. Er ist ausgesprochen süß, und die Bitterkeit wird durch den langen Beschattungsprozess gemildert, allerdings fehlt ihm der intensive Umami-Geschmack. Wer mildere Tees mit weniger Umami, dafür aber mehr Ausgewogenheit und Aroma bevorzugt, sollte auch leicht oxidierte japanische Tees probieren.
Gyokuro
Gyokuro zeichnet sich durch einzigartige Aromen von süßer Brühe, Algen und einer leichten Salznote aus – eine Geschmackskombination, die eher in einer Suppe als in einer Tasse Tee gut zur Geltung kommt. Kabusecha hingegen bietet diese Aromen nicht, dafür aber die typischen Noten von gedünstetem Gemüse, wie man sie von Sencha kennt, jedoch mit einer feineren Süße.
Um vollständig zu verstehen, warum Gyokuro so anders behandelt wird als andere Teesorten, ist es hilfreich, sich anzusehen, wie Gyokuro in Japan angebaut, verarbeitet und traditionell genossen wird.
Ein herausragendes Beispiel ist ein Gyokuro im Karigane-Stil, der aus den Stängeln von im Schatten wachsenden Teepflanzen hergestellt wird und ein intensives Umami mit einer leichteren Textur bietet.
Textur beider Teesorten
Bei der Beurteilung eines Tees achtet man nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf die Textur bzw. das Mundgefühl. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Kabusecha und Gyokuro. Gyokuro hat eine wesentlich dickere Textur, bedingt durch den höheren Gehalt an Aminosäuren, die für eine viskosere Struktur sorgen.
Dies eröffnet eine neue Dimension des Geschmackserlebnisses, denn Sie genießen nicht nur den Geschmack, sondern auch die Textur des Tees, während er Tropfen für Tropfen über Ihre Zunge gleitet. Um diese Textur zu verstärken, können Sie den Gyokuro mit 10 Gramm Blättern und nur 50 ml Wasser aufbrühen.
Gesundheitliche Vorteile von Kabusecha im Vergleich zu Gyokuro
Neben dem Geschmack gibt es auch Unterschiede hinsichtlich der gesundheitlichen Vorteile von Kabusecha und Gyokuro. Durch die Beschattung verändert sich die chemische Zusammensetzung der Blätter grundlegend, und da die Tees unterschiedlich lange beschattet werden, weisen sie unterschiedliche Nährstoffprofile auf.
Antioxidantien
Kabusecha hat tatsächlich einen Vorteil in Bezug auf Antioxidantien. Catechine, die wichtigsten Antioxidantien im grünen Tee, entstehen, wenn die Teeblätter dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Da Gyokuro länger im Schatten liegt, enthält er im Vergleich zu Sencha weniger Antioxidantien.
Koffein
Koffein wird von der Teepflanze als Abwehrmechanismus gegen Insekten produziert. Beschattung kann für die Teepflanze Stress bedeuten, weshalb sie vermehrt Koffein produziert. Je länger eine Pflanze beschattet wird, desto höher ist daher ihr Koffeingehalt.
Aus diesem Grund weist Gyokuro einen höheren Koffeingehalt auf als Kabusecha.
Theanin
Gyokuro enthält nicht nur mehr Koffein, sondern auch mehr Theanin. Wenn eine Teepflanze vom Sonnenlicht abgeschnitten wird, kann sie mehr Theanin speichern, anstatt es in Catechine umzuwandeln, um sich vor UV-Strahlen zu schützen.
Der höhere Theaningehalt ist der Grund, warum Gyokuro-Konsumenten von einer lang anhaltenden, ruhigen und gleichzeitig wachen Energie den ganzen Tag über berichten. Es wird außerdem angenommen, dass es eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn hat und die Alpha-Gehirnwellenaktivität anregt – dieselben Gehirnwellen, die auch bei längerer Meditation stimuliert werden.
Chlorophyll
Schließlich gibt es noch Chlorophyll, ein Pflanzenpigment, das die Leber bei der Entgiftung unterstützt. In Gyokuro ist es in höherer Konzentration enthalten als in Kabusecha. Da die Pflanzen, aus denen Gyokuro hergestellt wird, drei Wochen lang keinem Sonnenlicht ausgesetzt sind, produzieren sie mehr Chlorophyll, um den Mangel an Sonnenenergie auszugleichen.
Brauanleitung für Kabusecha und Gyokuro
Neben der Verarbeitung, dem Geschmack und den gesundheitlichen Vorteilen gibt es auch Unterschiede zwischen der Zubereitung von Gyokuro und Kabusecha. Gyokuro erfordert besondere Sorgfalt, um den charakteristischen süßen Umami-Geschmack zu erzielen, und die Befolgung einer speziellen Gyokuro-Brauanleitung macht einen deutlichen Unterschied. Kabusecha hingegen wird wie ein normaler Sencha zubereitet.
Für Gyokuro benötigt man kühleres Wasser mit einer Temperatur von 60 °C und eine Ziehzeit von 2 Minuten , um die eng anliegenden, nadelförmigen Blätter zu entfalten, während Kabusecha bereits nach 1 Minute bei 70 °C ziehen kann.
Gyokuro-Brauerei
Eine tägliche Tasse Gyokuro lässt sich zwar mit den üblichen 5 Gramm Teeblättern und 150 ml Wasser zubereiten, es gibt aber auch eine andere, fast schon zeremonielle Zubereitungsmethode. Verwendet man 10 Gramm Teeblätter und 50 ml Wasser, konzentriert sich das Aroma auf einen kleineren Bereich.
Dadurch wird die Konsistenz dickflüssiger und der Geschmack um ein Vielfaches intensiver. Man bekommt zwar nur ein Gyokuro-Glas in der Größe eines Fingerhuts, aber jeder Tropfen ist eine wahre Geschmacksexplosion!
Das abschließende Urteil über diese beiden legendären japanischen Teesorten
Sowohl Gyokuro als auch Kabusecha zählen zu den hochwertigsten Blatttees Japans, und die Frage , ob Gyokuro der beste Grüntee ist, ist letztendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer experimentierfreudig ist und die einzigartigen, kräftigen Umami-Aromen entdecken möchte, für den ist Gyokuro genau der richtige Tee.
Wenn Sie die etwas dünnere Textur und die leichte Säure des Sencha mögen, könnte Kabusecha genau das Richtige für Sie sein. Geschmacklich liegt Kabusecha zwischen Gyokuro und unschattiertem Sencha. Falls Ihnen Sencha zu grasig und Gyokuro zu flüssig ist, haben wir vielleicht Ihren perfekten Tee gefunden!
Wo findet man das beste Gyokuro?

Nachdem wir in den letzten Jahren durch Japan gereist sind, haben wir Dutzende verschiedener Gyokuro-Tees probiert und festgestellt, dass die besten ohne Frage auf der Farm von Herrn Sakamoto in Shibushi produziert werden.
Er ist nicht nur in der Lage, gesunde und aromatische Gyokuro-Tees anzubauen, sondern schafft dies auch ohne Pestizide oder Chemikalien. Wenn Sie sich mit Gyokuro auskennen… Sie werden wissen, dass dies keine leichte Aufgabe ist! Wenn Sie seine besten Gyokuro-Tees probieren möchten, finden Sie diese auf unserer Website.